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Die ersten Seeberger in Böhmen.
Nach gut drei Jahren intensiver Forschungen möchte ich den Versuch unternehmen, die ersten Seeberger Familien in Böhmen zu beschreiben. Ich weiß das noch etliche Fragen offen sind anderer- seits aber viele darauf warten, dass
ich endlich etwas mehr über diese Familien veröffentliche. Deshalb werde ich, wenn auch mit einem gewissen Risiko, die bisherigen Ergebnisse darstellen. Dabei haben mir meine Forschungen im Mai diesen Jahres im Stadtarchiv
von Cheb (früher: Eger) sehr geholfen. Überdrei Jahre hatte ich intensiv in den Archiven von Amberg, Regensburg, Pilzen und Cheb geforscht. Es ist unglaublich, welche Schätze dort vergraben sind, aber es ist auch
sehr zeitaufwendig und manchmal vom Glück abhängig, diese Schätze zu entdecken und auszuwerten. Auch wenn die Forschungen noch nicht abgeschlossen sein können, denn derzeit gibt es noch zu viele Lücken in den bekannten
Quellen, ist der Zeitpunkt gekommen, wenigstens die bekannten Fakten einmal darzustellen. Dabei muss ich Fakten und Annahmen miteinander mischen, das bleibt nicht aus. Seit einiger Zeit stand bereits fest, dass etliche
Seeberger bereits vor 1600 aus Eger weg gezogen sind, und zwar über die nahe gelegene Grenze nach Oberfranken in den Raum um Waldsassen - Tirschenreuth. Georg Seeberger, Dekan in Bamberg hatte um die Jahrhundertwende
behauptet, dies sei aus religiösen Gründen geschehen, da sie strenge Protestanten gewesen seien. Wie ich zeigen werde, ist dies leider nicht richtig.
Es galt für mich, drei Fragen zu untersuchen:
1. Was war vor diesem Zeitpunkt?
2. Warum sind die Seeberger dort weg gezogen?
3. Das geschah nach dieser Zeit?
Um eine Antwort auf diese Fragen zu finden, beginne ich einfach von hinten. Ich konnte feststellen dass alle Seeberger vor 1560 aus Eger weggezogen sind. Nach 1600 kamen zwei Brüder Nicolay und Jacob aus
Hiltershof, sowie ein Hans aus der Pfalz (was auf den gleichen Raum hinweist) zurück nach Eger, wo der erste 1618 heiratete. Diese Familien blieben dort bis ca. 1725 wo sie ausstarben oder unbekannt verzogen. Hierbei handelt
es sich fast ausschließlich um Leineweber, die in diesem Beruf in der Stadt natürlich viel bessere Lebenschancen sahen, als auf dem Lande. Eine weitere Familie taucht vor 1685 (Beginn der Kirchenbücher) in Pscheheischen
auf. Stammvater ist ein Johannes, der etwa 1621 geboren wurde. Dies kann aus den o.a. Familien in Eger sein (Johann geb. 23.11.1620, Sohn des Jakob), oder auch aus dem Raum Wondreb, wo hier eine größere Lücke in den
Kirchenbüchern ist. Diese Familie ist dort bis kurz vor 1900 nachweisbar. Einzelheiten auf der eigenen
Seite „Pscheheischen.
Warum sind die Seeberger dann vor 1560 aus Eger ausgewandert? Nun, ich glaube nicht an religiöse Gründe, denn man muss die Familien insgesamt sehen. Sie waren derzeit keine Protestanten, denn diese Religion kam erst sehr spät
(ca. 1565) nach Eger. Etliche Familien zogen in das Stiftsland (den Bereich des Klosters Waldsassen) und waren und blieben bis heute katholisch. Nur eine Familie in Tirschenreuth nahm den dort vorherrschenden evangelischen
Glauben an. Teilweise behielten sie ihn bis heute und verzeichneten etliche Pfarrer in der Familie, die in Tirschenreuth verbliebenen Familien- angehörigen nahmen 1624 dort aber auch den katholischen Glauben an. Also
musste es andere Gründe geben! Wirtschaftliche Gründe nehme ich nicht an, denn zumindest ein Teil der Familie war recht reich. Deswegen tippe ich nach gründlichem Studium der Unterlagen darauf, dass es ganz einfach die Angst
vor den Türken gewesen sein muss. Man muss dazu wissen, dass Eger schon lange eine sehr stark befestigte Stadt war, die deshalb so stark aufgerüstet wurde, um als Bollwerk gegen die Türken zu dienen. Und da war das
Fichtelgebirge und die Grenze zu Bayern offensichtlich eine zusätzliche Sicherheit. Schon 1544 gab es Abgaben (Türkensteuerregister), deren Zweck eindeutig ist. Diese Abgaben erfolgten regelmäßig und sind deshalb eine
hervorragende Quelle für meine Forschungen. Daneben wurden schon frühzeitig die sogenannten Mannbücher erstellt, in denen alle wehrfähigen Männer mit ihren Waffen erfasst wurden. Daraus ist zu erkennen, dass bereits 1560
im Raum Waldsassen-Tirschenreuth bereits 13 wehrfähige Seeberger gelebt haben. In Eger sind sie letztmalig 1544 nachzuweisen. Zwei Beispiele für diese Dokumente: 1. Musterbuch des Gerichts Waldsassen,
Seite Hiltershoff aus dem Jahr 1560.Dort besaß Hanns Seberger einen halben Hof. Er war Hauptmann und hatte an Bewaffnung Vorderteil, Hinterteil, Kragen, Haube, Seitengewehr und Büchse (mit ein wenig Übung kann man das
ganz gut lesen):
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2. Im Mannbuch 1860 ist unter den Herbergsleutenin Rosall den Nickel Seeberger, ein Schäfer aufgeführt:
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Die Kirchenbücher habe ich praktisch komplett durchgesehen, sie führen nicht sehr weit, da vor 1620 eigentlich nur Tirschenreuth und Wondreb (für den gesamten Kreis) erhalten sind, sich aber etliche Lücken
ergeben. Ich werde versuchen, diese Einzeldaten auf einer eigenen Seite „Stiftsland später detaillierter zu beschreiben.
Wichtig sind aber folgende Stämme:
- Die evangelische Linie im Raum Tirschenreuth, die teilweise nach Hof abgewandert ist. Hier sind eindeutig religiöse Gründe maßgebend, denn Hof war evangelisch. Von dieser Tirschenreuther Linie stammen u.a. die
Marktredwitzer, Schwarzenbacher und Münchenreuther Familien ab, von denen zwei nach USA ausgewandert sind. Mehr demnächst auf der Seite „Hof.
- Die katholischen Linien des Georg und des Johann, beide um 1625 im Raum Münchenreuth geboren. Es ist nicht verbürgt, ob es Brüder waren. Beide wanderten etwa 150Km westwärts nach Großenseebach und
begründeten dort einen sehr großen Stamm mit einigen Auswanderern ( USA, Banat - USA ). Sie werden demnächst auf der Seite „Großenseebach weiter beschrieben.
Bleibt noch die Frage nach den Ursprüngen.
An anderer Stelle habe ich schon von dem Testament des Ulrich Seeberger vom 1.10.1475 berichtet. Er war offensichtlich sehr vermögend, denn es werden einige Häuser ( auf dem Rosenbühl, hinter der Schul, am Stein
) und Äcker angesprochen. Leider habe ich in diesem Testament keine Namen gefunden, etwas ungewöhnlich. Oder er war noch so jung, dass er sich noch nicht festlegen wollte oder konnte? Nur eine
Schwester wird erwähnt. Ich nehme an, dass ein Sohn ein Lorenz war, dessen Testament vom 24.6.1503 vorliegt. Dort sind drei Söhne ( Jörg, Jobst und Jacob ), sowie eine Tochter Barbara erwähnt. Auch das
Haus auf dem Rosenbühl wird erwähnt. Die drei Brüder verkaufen diese Häuser später an ihre Schwester, ich nehme an, weil sie abgewandert sind.
Ein Mathes (vermutlich Sohn des Jobst, wohnhaft zuerst am Ring, dann hinter der Schule zieht nach Mährig und dann weiter Richtung Tirschenreuth. Auch andere Seeberger, wie die Schäfer Nicklaß und Peter finden
wir später im Stiftsland. Aber einige bleiben noch unklar.
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Aber gehen wir weiter zurück. Dieser Ulrich hatte offensichtlich keine Brüder. Wie ich dazu komme? Nun, ich habe tagelang die Schuld- und Gerichtsbücher ab 1452 durchgearbeitet, für jedes Jahr ca. 180 Seiten!
Aber ich habe etwas gefunden! Vor 1475 ist immer wieder von dem Seeberger die Rede, wie das nebenstehende Beispiel aus 1462 zeigt. Am Freitag nach Galli zahlt der Seberger zum Scheuffler seinen Tageslohn.
In diesen Büchern wurde festgehalten, wenn z.B. ein Grundbesitzer seinen Tagelöhnern den Lohn ausgezahlt hat. Die Tatsache, dass kein Vorname dabei steht, zeigt mir, dass es nur einen gab, denn die Stadtschreiber
waren schon damals sehr korrekt und haben sich zweifelsfrei ausgedrückt. Allerdings bin ich etwas ratlos, weil der Name mal Seeberger als auch als Seberger geschrieben wurde und das in zwei nachfolgenden Zeilen
. Es kann nicht sein, dass immer die gleichen zwei Personen in der Reihe genau hintereinander standen und das wiederholt. Also war es wohl nur ein und derselbe Seeberger. Aber den Grund möchte ich doch einmal
wissen. Und der Zufall wollte es, dass ich 1454 den Eintrag fand, bei dem ein Jacob Sebberg offensichtlich ein Grundstück gepachtet und das Haus und Vermögen dafür verpfändet hat.
War das der erste Seeberger, der aus Seeberg eingewandert ist? Offensichtlich ist er aber schon kurz danach gestorben, denn Ab 1457 taucht die Sebergerin in den Unterlagen als Zahlende auf. War das der Grund,
dass er nur einen Sohn hatte? Klingt recht logisch... Sobald ich eine Kopie dieses Eintrags habe, werde ich diese auch hier veröffentlichen.
Und jetzt im November 2000 bin ich noch ein wenig weiter gekommen!
Aber erst einmal der versprochene Eintrag über die Pachtzahlung des Jacob Seeberger 1454:
 Mit ein wenig Übung kann man das schon lesen (zumindest den Sinn). Harald Seeberger aus Würzburg gab mir den Tipp, die sogenannten Ungeldbücher einmal zu prüfen. Das
Wort bedeutete mir überhaupt nichts, also, was steckt dahinter? Ab 1448 wurden diese Bücher geführt und enthalten Abgaben für Bier, Met u.s.w. aber auch eine Seite über die Einnahmen aus der Erteilung des
Bürgerrechts. Nun fehlen leider die Jahre 1450/1, aber 1449 habe ich tatsächlich den nachstehenden Eintrag gefunden:  Und jetzt wird es richtig verwirrend! Im ersten Moment las ich:Item Jorg Ulrich Sperg weysgerb... Wer
war das jetzt? Und wieso Jorg? Offensichtlich haben nur die erwachsenen Männer das Bürgerrecht bekommen. Also war es hier ein Doppelname oder Vater und Sohn. Da wir den Ulrich später mit seinem
Testament haben, tippe ich auf die erstere Lösung. Nur Jorg und Jacob sind doch sehr unterschiedliche Namen. Also lesen und wieder lesen. Könnte es sich da eventuell um die Namensabkürzung Josy (für Josef)
handeln? Ich tippe im Moment auf einen Jörg Ulrich, dessen Sohn Jacob 6 Jahre später den o.a. Pachtvertrag unterschrieb und kurze Zeit später starb. Ein Sohn von ihm war der bereits erwähnte Ulrich, der
nach dem Großvater benannt wurde, eine häufige Gewohnheit. Aber so ganz einfach ist das nicht, denn ich fand noch zwei Dokumente, die ich separat abgelegt habe, da sie von nicht so guter Qualität sind. (Hier klicken, dann kommen sie). Und die unterstützen meine Theorie über
den frühen Tod des Jacob. Damit werde ich erst einmal Schluß mit den Forschungen in Eger machen und mich den anderen Familien widmen, denn der Zeitaufwand wird jetzt nicht mehr vertretbar. Bleiben nur noch einige Schneeberger in Cheb übrig, die kurzzeitig nach 1500 erwähnt werden, die ich aber
noch nicht einordnen konnte. Nun gibt es einen Ort „Schneeberg in der Nähe, sodass ich davon ausgehe, dass es sich nicht um Seeberger handelt. Diese Familien haben sich auch nicht lange gehalten.
Irgendwann habe ich geplant, diese Zusammenhänge auch einmal graphisch darzustellen, aber bisher bin ich daran gescheitert, weil es unheimlich schwer ist, das auch übersichtlich zu tun.
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